Die Bahnlinie Landau - Arnstorf

Die Bahnstrecke Landau - Arnstorf wurde am 29. Dezember 1903 eröffnet.
Die interessierten Gemeinden hatten die Grundstücke für den Bahnbau kostenlos zur Verfügung zu stellen. Da Arnstorf seinen Anteil von 50.000 Mark durch ein Darlehen aufbringen musste, beschloss der Marktgemeinderat am 10. Mai 1901 zur Tilgung einen Lokalmalzaufschlag von 1,40 Mark je Hektoliter versottenes Malz, was eine Erhöhung des Bierpreises von 20 Pfennige auf 22 Pfennige je Liter bedeutete. Trotz einiger Unruhe wurde diese Maßnahme durchgesetzt.
Der Betrieb wurde jedoch immer unrentabler. Die Zahl der in Arnstorf verkauften Fahrkarten fiel von 13.624 im Jahr 1952 über auf 836 im Jahr 1963.Am 27. September 1964 wurde der Personenzugverkehr eingestellt, KLeinlokomotiven übernahmen den Güterverkehr, nur im Herbst zur Zuckerrübenernte herrschte noch ein lebhafter Betrieb. Am 30. November 1993 wurde der Güterverkehr endgültig eingestellt, die Stilllegung folgte zum 28. Mai 1994, der Abbau der Gleise 1998.

Die Strecke

So sah der Maler Felle aus der Vogelperspektive die Bahnstrecke Landau - Arnstorf;
die Dampflok ist gerade den Landauer Berg hinaufgekeucht!
(Slg. Surner)

Nachdem der Bayerische König Ludwig III am 31.7.1914 den Kriegszustand erklärt hatte, befahl er die Mobilmachung der bayerischen Armee ab 2.8.1914. Die Wehrpflichtigen wurden mit Sonderzügen zu den Sammelplätzen gebracht.
Hier der Fahrplan der Soldatentransporte für die Strecke Arnstorf - Landau
(Landauer Bote und Anzeiger
Tagblatt für den Gäuboden, das Isar-, Vils- und Kolbachtal vom 4.8.1914)

Der Landauer Dienstmann Pfefferl empfiehlt sich 1926 zur Gepäckbeförderung an die Bahn
(Landauer Bote und Anzeiger vom 10.11.1926)

Der Landauer Bahnhof 2013, errichtet wurde er 1875.
Das Gleis der stillgelegten Strecke nach Arnstorf verwildert.
Die für Landau zu große Vorhalle wurde lt. mdl. Mitteilung versehentlich anstatt nach Landau in der Pfalz nach Landau an der Isar geliefert und dort gerne behalten.

Schön die vorgelagerte Bahnsteighalle mit gusseisernen Säulen.
Nordöstlich steht noch der Lokschuppen, ein eingeschossiger Blankziegelbau mit Satteldach.

Immer noch ästhetisch die Gestaltung des Eingangs mit der intakten alten Bahnhofsuhr

Der Fahrplan Landau - Arnstorf 1952
(Slg. Café Held)

1926 treten Zugführer Zettel und Söhne in der Bahnhofsrestauration Landau mit humoristischen Beiträgen auf
(Landauer Bote und Anzeiger vom 16.10.1926)

Vom Landauer Bahnhof ging die Strecke zuerst über eine 1903 erbaute Bogenbrücke, die 1906 bei der Weltausstellung in Nürnberg prämiert worden war.
Diese Brücke wurde in der Nacht zum 30. April 1945 mit drei Sprengungen von SS-Pionieren zerstört.

Am 24.4.1945 wurde der aus Landau nach Arnstorf ausfahrende Zug von amerikanischen Fliegern (genannt "Negerbomber") zerstört, es war dies der letzte Zug dieser Linie für längere Zeit.

Die Bahnhofs-Restauration Wildthurn mit Wirtsehepaar
(Slg. Surner)

Aufnahme-Schein der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen, Station Wildthurn, vom 24.3.1910
für die Eilsendung eines lebenden Kalbs nach München Süd.
Der Preis beinhaltet 20 Pfennig Desinfektionsgebühr.

Die Reichsbahn bestätigt am 22.2.1943 der Fa. Roloff Arnstorf die Einlieferung einer Sendung nach Wildthurn
(Slg. G. Surner)

Die hölzerne Vilsbrücke vor Aufhausen
(Slg. F. Falter)

Ansichtskarte Aufhausen mit Dampflok
(Slg. G. Surner)

Dieser Frachtbrief einer Kiste mit 15 kg Därmen für den Adldorfer Metzger vom 18.5.1908 enthält den Vermerk einer Weiterleitung nach Aufhausen. Die Nebenbahn nach Kröhstorf mit Haltestelle Adldorf wurde erst 1915 eröffnet.

Übergangsstempel der Königlich Bayerischen Staatsbahn
von Regensburg (18.5.1908) über Landau bis Aufhausen (19.5.1908)

Auch der Bahnhof Aufhausen war Ende des 2. Weltkrieges Ziel von Fliegerangriffen.
Der Bahnhof wurde am 1.10.1976 geschlossen.
(Slg. H. Dietl)

Haunersdorfer Ansichtskarte mit Bahn (ca. 1932)
(Slg. L. Kriegl)

Rangierunfall in Simbach am 15.7.1905
(Slg. G. Surner)

Ruppertskirchen war nur zeitweise Bahnstation
(Slg. G. Surner)

Wiedereröffnung der Haltestelle Ruppertskirchen 1926
(Landauer Bote und Anzeiger vom 28.2.1926)

Bei der Jungfernfahrt war die Lokomotive mit Girlanden geschmückt,
hier eine Aufnahme vom 30.12.1903 in Arnstorf
(Slg. G. Surner)

Der Bahnhof in Arnstorf lag etwas außerhalb des Ortes
(Slg. G. Surner)

Bescheinigungsbuch der Reichsbahn für die Einlieferungen der Firma Roloff in Arnstorf von 1942
(Slg. G. Surner)

Hier mit dem ortsansässigen Schäfer
(Slg. G. Surner)

Sogar einen eigenen Lokschuppen gab es!
(Slg. G. Surner)

Nachruf der Mitarbeiter auf den geschätzten Bahnmeister Michael Bolster
(Landauer Anzeiger und Bote vom 1.8.1914)

Bahnpoststempel Landau - Arnstorf vom 14.11.1933

Dienstausweis eines Arnstorfer Lokführers von 20.11.1943
(Slg. F. Falter)

Der Zugfahrplan Arnstorf - Landau 1952
(Slg. Café Held)

Die letzte Fahrt am 31.5.1994
(Slg. G. Surner)

Weitere Informationen in der 82. Ergänzungsausgabe der Reihe
Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland einst und jetzt, GeraMond Verlag, Armin Franzke

Heute ist der Bahnhof Aufhausen schön restauriert

Auch das Clohäuschen ist liebevoll instandgesetzt

Anhang

Der offizielle Fahrplan von 1949


zuletzt geändert am 21.06.2015, 15:29

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