Mühlen an der Großen Vils

Nach einer Statistik von 1907 gab es an Großer und Kleiner Vils über 80 Mühlen und Sägewerke mit einer Leistung von über 1800 PS.

Die meisten Mühlen des Oberlaufes haben in den 50-er bis 70-er Jahren den Betrieb eingestellt.
Aber die alten Gebäude bezeugen noch ihre bewegte Vergangenheit.

Kronsöd 48.306801,12.094857 - Google Maps 
Die erste Mühle im Tal der großen Vils war Kronsöd mit 2 PS.
Für den Landwirt war sie ein Nebenerwerb.
(Aufnahme Rauschecker)

Mühle Mühlberg 48.308443,12.102378 - Google Maps 
In Mühlberg konnten pro Tag zwei Zentner Mehl gemahlen werden.
Das Mahlen erfolgte intermittierend nach vorherigem Aufstau des wenigen Wassers.
Bezahlt wurde einmal jährlich an Neujahr
(Aufnahme Rauschecker)

Mühle Babing 48.316409,12.118273 - Google Maps 
Die letzte Fuhre der Steinmühle Babing wurde 1972 gemahlen.
Die Mühlsteine mussten regelmäßig geschärft werden.
Das oberschlächtige Wasserrad leistete bei 2,80 m Gefälle etwa 8 PS.
1947 wurde stattdessen eine Turbine eingebaut.
(Aufnahme Rauschecker)

Mühle Flaring 48.335315,12.135177 - Google Maps 
Nach dem Krieg war die Mühle Flaring ein Ziel von Hamsterern aus der Stadt.
Der Betrieb wurde mit zunehmender Industrialisierung ca. 1955 eingestellt.
(Aufnahme Rauschecker)

Kirchlerner Mühle 48.338956,12.115645 - Google Maps 
In Kirchlern am Mühlbach, abgezweigt vom Bierbach, rattert noch immer das Sägewerk.
(Aufnahme Rauschecker)

1962 wurde das Mal letzte Getreide gemahlen.
Hier das Sägegatter der Mühle Kirchlern
(Aufnahme Rauschecker)

Mühle Ratzing 48.344342,12.152616 - Google Maps 
Die elektrische Leistung der Mühle Ratzing liegt bei 12 kW.
 2012 wurden 5.099 kWh Strom eingespeist
(Aufnahme Rauschecker)

Auch der Müller von Ratzing war gleichzeitg Landwirt.
(Aufnahme Rauschecker)

Mühle Aham bei Taufkirchen 48.347185,12.158579 - Google Maps 
Sägegatter Aham. Die elektrische Leistung beträgt 15 kW.
2012 wurden 27.945 kWh Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
(Aufnahme Rauschecker)

Siebmühle 48.346219,12.196503 - Google Maps 
Das Wehr der Siebmühle (der 7. Mühle an der großen Vils).
Seit 1927 wird hier Strom erzeugt.
Die installierte elektrische Leistung beträgt 11 kW.
Stromeinspeisung 2012 7.787 kWh.
(Aufnahme Rauschecker)

Schöllamühle Velden 48.363253,12.245719 - Google Maps 
Die Schöllamühle existiert seit der Zeit Karls des Großen
(erste urkundliche Erwähnung 818)
(Aufnahme Rauschecker)

Burgermühle 48.368786,12.253757 - Google Maps 
Die Burgermühle mit Rechen; sie leistet ca. 30 PS.
(Aufnahme Rauschecker)

Burgermühle, die Transmissionsanlage
(Aufnahme Rauschecker)

Burgermühle, der Schaltkasten
(Aufnahme Rauschecker)

Hackermühle Vilslern 48.386315,12.278069 - Google Maps 
In der Hacker-Kunstmühle wird Weizenmehl, Dinkelmehl und  Roggenmehl direkt verkauft.
Bis 1972 trug der Mühlbach 6 PS Leistung zum Verbrauch bei.
Auf Grund eines Beschlusses der Flurbereinigungsteilnehmer musste dann die Wasserkraftnutzung beendet werden.
Jetzt liefert ein Dieselgenerator die benötigte Energie.
(Aufnahme Rauschecker)

Weiter flußabwärts gelegene Mühlen
(nicht mehr im Bereich des Mühlenradweges)

Die alte Balkmühle in Vilsbiburg mit einem kleinen Mühlenmuseum
(Aufnahme Aigner)

Die über 100 Jahre alte Kunststeinmühle
(Aufnahme Aigner)
Der erste Mahlgang ergab Nudelmehl,
der zweite war für Brot,
der 3. war Saumehl für die Ferkelaufzucht.

Alte Mühlenutensilien
(Aufnahme Aigner)

Kindl-Mühle 48.452907,12.363803 - Google Maps 
Die Kindl-Mühle in Vilsbiburg wurde 1933 zu einem großen Sägewerk erweitert.
Der Müllermeister hat noch bis 1997 Mehl gemahlen.
Zusätzlich werden ca. 60.000 kWh Strom aus Wasserkraft jährlich in´s Netz eingespeist.
(Aufnahme Aigner)

Jetzt hat die Moderne nicht nur mit einer großen Photovoltaikanlage Einzug gehalten
(Aufnahme Aigner)

Die ehemalige Mühle Lichtenburg ist heute ein Sägewerk, wie es sie früher zahlreich an der Vils gab
(Aufnahme J. Aigner)

Mühle Lichtenburg 48.462176,12.379075 - Google Maps 
Das Wohnhaus der ehemaligen Mühle in Lichtenburg.
Vom Radweg ist die Ausleitung des Mühlbaches gut zu sehen.
Der Generator erzeugt derzeit jährlich ca. 60.000 kWh Strom für das öffentliche Netz.
(Aufnahme H. Blum)

Die Mühle in Hartspiert bei Niederhausen (hier 1992) wurde bis 1970 als Getreidemühle,
bis 1993 als Sägewerk betrieben
(Foto X. Schütt)

1914 ereignete sich hier ein tödlicher Arbeitsunfall
(Landauer Bote und Anzeiger vom 29.8.1914)

Plan für den Mühlenneubau in Prunn 1922
(Slg. A. Gierl)

Die Schreiner-Mühle in Einstorf 2004
(Foto L. Kriegl)

Die ältesten urkundlich erwähnten Mühlen im Vilstal (1073 und 1074) sind in Reichersdorf, Enzerweis, Englmannsberg und Aufhausen.

Für Sägewerke wird Wasserkraft seit dem 17. Jahrhundert genutzt.


zuletzt geändert am 31.10.2015, 16:12

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