Wand- und Deckengemälde der Adldorfer Kirche

Ganz besonderen Dank den Herren Brunner und Woiton vom Kunstreferat des Bistums Passau
und Herrn Schropp, Eichendorf, für die Bildinterpretation

Die Apokalyse des Johannes an der Nordseite des Presbyteriums

Die prophetische Offenbarung des Johannes über das Ende der Welt,
das letzte Buch des Neuen Testamentes

Über allem steht Das Wort.
Damit nimmt das Gemälde zum letzten Buch des Neuen Testamentes
Bezug auf das erste Buch des Alten Testamentes (Am Anfang war das Wort).
Die Buchstaben JHWH (Jahwe, der Name Gottes, hebräisch geschrieben von rechts nach links)
hier in einer mönchischen, im Mittelalter adaptierten Schreibweise des Hebräischen

Das Lamm aus der Offenbarung thront auf dem Buch mit den sieben Siegeln.
Das Buch wird getragen von den vier Evangelisten, symbolisch dargestellt als 
Adler und Stier (links), Mensch und Löwe (rechts).

Die sieben Siegel werden am Ende der Welt eröffnet.
Siegel 1 - 4: Die apokalyptischen Reiter erscheinen
Siegel 5: Die Märtyrer verlangen Vergeltung für ihren Tod
Siegel 6: Die Sonne verfärbt sich, Mond und Sterne stürzen auf die Erde
Siegel 7: Die Erde geht unter

Darunter links der Heilige Josef (Attribut: Lilie), die hl Anna und der hl Joachim

Links oben die heilige Maria mit Sternenkranz im blauen Mantel in Engelsbegleitung

Die Märtyrer verlangen Vergeltung:

Johannes der Täufer mit Kreuz und Schriftbanderole Ecce Agnus Dei (Seht das Lamm Gottes)

Der Hl. Johannes-Nepomuk (aus Pomuk), er wurde von der Karlsbrücke in Prag gestürzt und ertränkt.
Ihm ist auch der rechte Seitenaltar geweiht und die Johannes Nepomuk-Kapelle.
Zudem steht er als Brückenheiliger am linken Ufer der Vilsbrücke.
Der Legende nach wurde die Leiche des im Wasser Treibenden von fünf Flammen umsäumt,
weswegen Johannes Nepomuk oft mit fünf Sternen um sein Haupt abgebildet wird.
In der Linken trägt er das Gewicht, das in in die Tiefe zog,
in der Rechten seine Zunge, die sich der Legende nach unverwest im Schädel erhalten hat.

Der hl. Andreas (?)

Der Kirchenlehrer Antonius von Padua als Franziskanermönch mit Lilie (Symbol der Keuschheit)

Der hl. Laurentius (aus Laurentum bei Rom) mit Märtyrerpalme im Gewand eines Diakons.
Er wurde 258 auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet,
weil er das Kirchenvermögen nicht dem römischen Kaiser abgeliefert,
sondern an die Bedürftigen der Kirche verteilt hatte.

Der Erzengel Michael.
Michael heißt: Wer ist wie Gott?
(Seit der Schlacht auf dem Lechfeld ist Michael Schutzpatron des Hl. Römischen Reiches und jetzt Deutschlands)

Sein Name steht auch auf seinem Schild: QUIS UT DEUS (Wer ist wie Gott)

Der gestürzte Satan (Das Biest) wird durch den Erzengel Michael endgültig besiegt
(Engelssturz)

Die Engel-Gruppen sind allegorische Darstellungen von Offenbarung 7,11-12:
„Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen.“

Allegorie der Macht mit den Herrschaftssymbolen Szepter und Krone

Allegorie der Ehre

Lob und Herrlichkeit

Oben rechts die Stärke (mit Schwert),
rechts die Weisheit,
unten der Dank

Mariä Empfängnis an der Decke des Hauptraums

Das Fresko von Ranzinger, datiert 1887, berichtet vom Anfang der Heilsgeschichte.
Eine Frau, Maria, erhält von Gott einen unglaublichen Auftrag und
sie nimmt diesen Auftrag zum Heil der ganzen Menschheit an

Concipies et paries: du wirst empfangen und gebären.
Wir sprechen von der Muttergottes,
im Griechischen heißt es Gottesgebärerin

Gott Vater als Weltenherrscher, umrahmt von Engeln

Maria erhält die Nachricht des Engels.
Sie betet und nimmt demütig ihre Bestimmung an.
Von oben der Lichtstrahl des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube:
Die Kraft des Höchsten wird über dich kommen

Der Verkündigungsengel: In der Hand trägt er eine Fahne mit der Inschrift Ave Maria 
(Gegrüßet seist du Maria)
Links unten: ancilla Domini (ich bin eine Magd des Herrn).
Ein Teil des Ausspruchs von Maria: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort

Im Bildhintergrund ist im Dunkeln dargestellt, was geschehen wird:
Die Kreuze von Golgota

Rechts davon das verheißene Paradies

Der Engel hält als Symbol der Reinheit Marias eine weiße Lilie.
Das Körbchen mit weißem Laken verweist auf die Geburtskrippe.
Das hebräische Wort für Binsenkörbchen bedeutet zugleich Arche.
Es erinnert an die Rettung der Gerechten bei der Sintflut,
die Errettung der Juden aus der Hand des Pharaos durch Moses
und verweist auf Jesus als Retter der Menschheit

Signatur: Ranzinger 1887

Deckengemälde des Presbyteriums mit der Hl. Dreifaltigkeit

Der Heilige Geist in Gestalt einer Taube

Gott Vater und Sohn

Zu deren Füßen huldigende Engel

Adldorf heute
Fotografien der Adldorfer Hofmarks- und Schlosskirche
    Adldorfer Zwölfuhrläuten (mit Erlaubnis des BR 1) anläßlich der 850-Jahrfeier 
Die Grabsteine der Johannes-Nepomukkapelle
  Die Adldorfer Schule 
  Kellerhäuser Holzkapelle, Sorgewitzkapelle, Jahrstorferkapelle, Loiblkapelle, Wannersdorfer Kirche      
Bilder vom Festzug der Adldorfer 850-Jahrfeier 2012 
 Ext. Link zur Geschichte der FFW Adldorf: Feuerwehrgeschichte Adldorfs 
  Weitere Bilder zur Feuerwehr Adldorf bei Feuerwehrgeschichte des Vilstale 
Die Adldorfer Maschinenfabrik Josef Wasmaier


zuletzt geändert am 16.11.2019, 22:34

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